Roberto Rossellini (1906–1977)
Roberto Gastone Zeffiro Rossellini wurde am 8. Mai 1906 in Rom als Sohn von Angiolo Giuseppe und Elettra Bellan geboren.
Aufgrund seines rebellischen Wesens brach er sein Universitätsstudium ab, obwohl er dank seines Vaters, der sich gerne mit Künstlern und Intellektuellen umgab, in einem kulturell lebendigen Umfeld aufwuchs.
Er näherte sich dem Kino beruflich zunächst als Geräuschemacher an, bevor er Synchron- und Schnitttechniker wurde. Erst später begann er hinter der Kamera als Assistent von Regisseuren wie Goffredo Alessandrini und Francesco De Robertis mitzuwirken.
Seine frühen Werke – La nave bianca (1941), Un pilota ritorna (1942), L’uomo dalla croce (1943) – waren vom Klima der faschistischen Propaganda beeinflusst, eine Phase, die er später durch ein realitätsnäheres Kino zu überwinden suchte.
Der Durchbruch gelang in der Nachkriegszeit mit Rom, offene Stadt (1945), der in Zusammenarbeit mit Federico Fellini entstand und in dem unter anderem Anna Magnani mitspielte, mit der er auch eine Beziehung einging. Der Film markierte den Beginn des Neorealismus und verhalf Rossellini zu internationaler Bekanntheit.
Im Jahr 1948 begann die Beziehung mit Ingrid Bergman, woraus eine künstlerische und persönliche Partnerschaft entstand, die zu Filmen wie Stromboli – Terra di Dio (1950) und Europa ’51 (1952) führte. Diese anfangs umstrittenen Werke wurden später neu bewertet und beeinflussten die jungen französischen Kritiker der Nouvelle Vague zutiefst, die in seiner Realitätstreue eine starke Modernität erkannten.
Nach einem Aufenthalt in Indien kehrte er zum Kino zurück und widmete sich erneut Kriegsthemen mit Filmen wie Der General della Rovere (1959), der bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde (ex aequo mit Man nannte es den großen Krieg von Mario Monicelli), und Es war Nacht in Rom (1960).
Die 1950er Jahre markierten hingegen Rossellinis Annäherung an das Fernsehen, das er als ein direkteres Instrument betrachtete, um das breite Publikum zu erreichen und zu bilden. Von diesem Geist beseelt, richtete er seine Tätigkeit zunehmend auf Werke historischer, philosophischer und wissenschaftlicher Art aus, wobei er einen nüchternen und essenziellen Stil ohne spektakuläre Effekte bevorzugte. Zu den bedeutendsten Arbeiten zählen L’età del ferro (1964), Die Machtergreifung Ludwigs XIV. (1966), Sokrates (1971), Blaise Pascal (1972) und Cartesius (1974).
Roberto Rossellini starb am 3. Juni 1977 in Rom an den Folgen eines Herzinfarkts.
Sie können die Geburtsurkunde auf dem Ahnen-Portale einsehen: Archivio di Stato di Roma > Stato civile italiano > Roma > 1906
Das Original wird im Staatsarchiv Rom aufbewahrt.
Weitere Informationen zur Person Roberto Rossellini finden Sie im Eintrag der Enciclopedia del cinema, herausgegeben von Edoardo Bruno.
