Alfonsina Morini Strada (1891-1959)
Alfonsa Morini nacque a Castelfranco Emilia il 12 marzo 1881 da Carlo e Virginia Marchesini, entrambi braccianti.
Schon als junges Mädchen zeigte sie eine große Leidenschaft für den Radsport, nahm an verschiedenen lokalen Wettkämpfen teil und verdiente sich den Spitznamen „Teufel im Rock“.
Ihre sportliche Berufung stieß bei ihren Eltern auf starken Widerstand, während sie in ihrem Ehemann Luigi Strada einen überzeugten Unterstützer fand. So sehr, dass Luigi ihr anlässlich ihrer Hochzeit am 26. Oktober 1915 ein Rennrad schenkte. Im folgenden Jahr zog das Paar nach Mailand, wo Alfonsina begann, regelmäßiger zu trainieren.
Tatsächlich hatte sie bereits vor ihrer Heirat bedeutende sportliche Erfolge erzielt: 1907 wurde sie in Turin zur „besten italienischen Radfahrerin“ gekürt; 1909 erhielt sie beim Grand Prix von St. Petersburg eine Medaille von Zar Nikolaus II. und 1911 stellte sie in Moncalieri den Geschwindigkeitsrekord für Frauen auf.
Anschließend, in den Jahren 1917 und 1918, mitten im Weltkrieg, nahm Morini am Giro di Lombardia teil, einem der wichtigsten italienischen Radrennen. Der berühmteste Moment ihrer Karriere war jedoch die Teilnahme am Giro d’Italia 1924, zu dem sie unter einer gewissen Skepsis zugelassen wurde.
Mehr als bei jedem anderen Wettbewerb zuvor war ihre Motivation auch durch finanzielle Gründe getrieben: Ihr Ehemann Luigi war nämlich nach jahrelanger Krankheit in eine Irrenanstalt eingewiesen worden, und der gesamte Unterhalt der Familie, die inzwischen durch die Geburt einer Tochter gewachsen war, lastete auf den Schultern der Frau.
Bei der Abfahrt in Mailand waren es neunzig Teilnehmer, darunter nur eine einzige Frau: Alfonsina Strada.
Wie die Zeitungen jener Zeit berichten, stahl sie den weitaus bekannteren männlichen Radrennfahrern die Show; bei jeder Etappe wurde sie herzlich empfangen und mit Jubelrufen begrüßt, mit Geschenken überhäuft, oft auch mit Geld.
Während der achten Etappe (L’Aquila–Perugia) kam Morini Strada nach Ablauf der Zeitbegrenzung ins Ziel; dennoch – angesichts der Resonanz ihrer Leistungen und unter Berücksichtigung von Verletzungen und Stürzen – erlaubten die Rennkommissare ihr, das Rennen fortzusetzen, obwohl sie nicht mehr als im Wettbewerb stehend galt.
Am Ende gehörte Alfonsina zu den dreißig Teilnehmern, die das gesamte Rennen absolvierten.
Um die 1940er Jahre zog sie sich aus dem Leistungssport zurück und eröffnete in Mailand ein Fahrradgeschäft, das sie gemeinsam mit ihrem Mann führte.
Am 13. September 1959 verstarb Alfonsina Morini Strada im Alter von 68 Jahren an den Folgen einer Erkrankung.
Du kannst die Geburtsurkunde auf dem Ahnen-Portal einsehen: Archivio di Stato di Modena > Stato civile italiano > Castelfranco dell’Emilia > 1891
Das Original wird im Staatsarchiv Modena aufbewahrt.
